Archiv für die Kategorie ‘Wellen und Teilchen

Theorien rund um das Higgs-Boson   3 comments

„CMS Higgs-event“ von Lucas Taylor - http://cdsweb.cern.ch/record/628469. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CMS_Higgs-event.jpg#mediaviewer/File:CMS_Higgs-event.jpg

„CMS Higgs-event“ von Lucas Taylor – http://cdsweb.cern.ch/record/628469. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CMS_Higgs-event.jpg#mediaviewer/File:CMS_Higgs-event.jpg

Vor etwa zwei Jahren haben Sie vermutlich auch gelesen, das „Gottesteilchen“ sei gefunden. Was wahrscheinlich bei einem Versuch im Teilchenbeschleuniger LHC zu Genf auftauchte war ein Boson, welches scheinbar den theoretisch errechneten Werten des nach Professor Peter Higgs benannten Teilchens entspricht. Bis die Auswertung dieses bahnbrechenden Versuches abgeschlossen sein wird, werden noch etwa zwei weitere Jahre vergehen.

Um die gewaltige Bedeutung dieses, übrigens streng genommen immer noch hypothetischen Teilchens zu erklären, sollten wir uns die Theorien rund um dieses Boson genauer anschauen. Sie wissen bereits, dass Bosonen Überträgerfunktion haben. Sie sorgen dafür, dass die Vier Grundkräfte überhaupt wirken können. Im Text „Teilchenzoo“ nannten wir die kleinen Kerlchen die „Fräuleins vom Amt“. Auch wenn es fast unglaublich klingt, so gibt es doch in der Physik noch ein paar Mysterien:

– Was genau ist Masse? Woher kommt sie?

-Was ist Gravitation?

Letztere ist übrigens nicht, wie oft angenommen, das Gleiche wie die Schwerkraft! Gravitation ist per definitionem die Anziehung zwischen Massen. die Schwerkraft hingegen ist eine Auswirkung der Gravitation. Sie beschreibt Art, Richtung und Stärke, mit der sich die Massen anziehen. Das bedeutet: Gravitation kann vorhanden sein, ohne das Schwerkraft auftritt, etwa, wenn keine Massen da sind. Sicher kennen Sie die Parabelflüge, mit denen Astronauten die Schwerelosigkeit üben. Ein Flugzeug steigt steil nach oben, wendet sich nach unten und stürzt eben so steil der Erde entgegen. Die Geschwindigkeit des Aufstiegs (Fluchtgeschwindigkeit) und die daraus resultierende Kraft, mit der das Flugzeug gegen die Schwerkraft „kämpft“, wird am Umkehrpunkt schlagartig der Richtung nach umgekehrt. Newtons Gesetz lässt grüßen denn, Kraft und Gegenkraft heben sich bekanntlich auf, die Insassen werden schwerelos. Wäre auch die Gravitation weg, hätten Flugzeug und Insassen einige große Probleme zu lösen. Allen voran, wie man sich überhaupt noch in irgendeine Richtung bewegen, geschweige denn in einem Stück bleiben kann.

Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Masse

Kehren wir zur Masse zurück. Was wir wissen ist, dass sie offensichtlich nötig ist, damit die Gravitation wirken kann. Masse und Gravitation zusammen ergeben Schwerkraft, die Größe der Masse sowie das Ausmaß der Gravitation ergeben Gewicht. Weiterhin scheint es so, als „klebe“ die Gravitation Massen zusammen. Wo kommt Masse her? Was ist sie eigentlich genau? Higgs nahm sich dieses Problems an und schlug folgende Lösung vor: Masse ist eine Eigenschaft, die die Vorbedingung für das Wirken der Kräfte in der Physik darstellt. Sie ist sozusagen der „Zuhörer“, während die Kräfte die „Sprecher“ sind.

Jetzt wird es etwas abgefahren, aber da wir uns hier im Bereich der Quantenphysik bewegen, sind Sie das ja schon gewohnt. Hinsichtlich der Frage, wo Masse herkommt nimmt Professor Higgs ein gewaltiges Feld an, welches sich mindestens über das ganze Universum, möglicherweise darüber hinaus, erstreckt. Dieses nach ihm benannte Higgs-Feld verfügt über die Eigenschaft „Masse“, das Higgs-Boson, selbst masselos übrigens, überträgt diese Eigenschaft. Wohl bemerkt, sollte der „Kanditat“ aus dem LHC tatsächlich dieses Higgs-Boson sein, so wäre auch das Higgs-Feld als zwingend wahrscheinlich anzunehmen. Das hieße, wir alle und alles andere Existierende wären von diesem Feld umgeben und würden ständig „zusammengebaut“ aus winzigsten Masseeinheiten, die auf diesen Bosonen herum fliegen. Materialsiation von allem Möglichen aus dem Nichts wäre damit theoretisch möglich. Sie ahnen vermutlich, warum bereits nach Möglichkeiten geforscht wird, das Higgs-Feld technologisch zu nutzen. Nach meiner Kenntnis hat Professor Higgs die Eigenschaft Masse nicht näher beschrieben und die bekannten Erklärungsansätze als richtig vorausgesetzt. Jedoch hätte die Existenz des Higgs-Feldes zur Folge, dass diese Ansätze überdacht werden müssten.

Higgs und die Technicolor-Theorie

Im sogenannten Standardmodell der Elementarteilchen wird das Higgs-Boson als reines, also vollständiges Teilchen angenommen. Jedoch gibt es spannende Alternativen zum Standardmodell, eine davon ist die sogenannte Technicolor-Theorie. Sie kann als Erweiterung des Standardmodells gesehen werden. Man geht hier von neuen Teilchen, den Fermionen (Teilchen mit halbzahligem Spin) oder Techniquarks aus. Diese kleinen Teufelchen sind außerordentlich kreativ. Sie bilden sozusagen die „Legosteine“ aus denen die „Legomännchen“ (Teilchen) zusammen gesetzt sind. Die Theorie legt nahe, dass es möglicherweise „Männchen“ gibt, die bevorzugt gebaut werden, was jedoch jede andere „Männchen-Version“ dennoch möglich macht.

Kürzlich erst erhielt diese Theorie „Wasser auf die Mühlen“: Im LHC haben sich zwei neue Teilchen gezeigt von denen man glaubte, das ihre Quarkzusammensetzung nicht möglich sein sollte.

Die Technicolor-Theorie geht davon aus, dass das Higgs-Boson so nicht existiert denn sie nimmt an: das Higgs-Boson ist ein zusammengesetzes Teilchen, besteht also aus verschiedenen Techniquarks. Hinsichtlich der Frage, wie Quarks sich eigentlich zu Teilchen bilden, werden wir uns gemeinsam auch noch die Quantenchromodynamik ansehen.

Problem: Supersymmetrie

Der „Nachfolger“ der Stringtheorie, die sogenannte Supersymmetrie, manchmal auch M-Theorie genannt, stellt das Higgs-Boson auf eine harte Probe: Sie postuliert, dass es nicht ein Higgs-Boson gibt, sondern fünf. Jedoch wird ihm hier eine größere Wichtigkeit zugestanden, man geht davon aus, dass es nicht nur Masse überträgt, sondern auch als Katalysator für alle Vier Grundkräfte wirkt.

Die Supersymmetrie ist eine wunderschöne und eigentlich sehr einfache Überlegung: Zu absolut allem, Materie, Energie, Teilchen, Wellen oder auch Felder, gibt es sein Gegenteil, den Supersymmetrie-Partner. Vielleicht haben Sie den Begriff „Neutralino“ schon einmal gehört, ein solches schaute unlängst auf den Detektoren der ISS vorbei und sorgte für helle Aufregung denn: möglicherweise sind sie die Bausteine der sogenannten Dunklen Materie. Die Begriffe „Dunkle Materie“ und „Dunkle Energie“ sind übrigens Bezeichnungen aus der Supersymmetrie-Theorie.

Die supersymmetrischen Partner der Bosonen sind die Bosinos. Un nun kommt das Problem: könnte es im „Fall Higgs“ sein, dass Bosonen und Bosinos gleich sind!? In diesem Falle könnte jedes Boson ein Bosino sein und umgekehrt. Oder ist das Higgs-Boson gar die „Spiegelachse“ an der die Supersymmetrie entsteht? In diesem Fall, so eine sehr interessante Überlegung, wären Higgs-Boson und Higgs-Bosino zwei Seiten einer Medaille und das Higgsteilchen das einzige „vollständige“ Teilchen: die Boson-Seite ermöglicht Masse, die Bosino-Seite die Gravitation. Sollte sich dies bewahrheiten, wäre der zunächst sicher medienwirksame Begriff „Gottesteilchen“ für das Higgsteilchen in der Tat gerechtfertigt. Professor Higgs hätte dann die Frage nach Masse und Gravitation ebenfalls beantwortet: Higgsfeld erzeugt Masse, Anti-Higgs-Feld die Gravitation. Dies hätte zur Folge, dass sich unser als gesichert angenommenes Weltbild tatsächlich als recht fehlerhaft darstellen würde. Dann hätte jenes kleine Kerlchen, welches im Juli 2012 im Large Hadron Collider aufgetaucht ist vielleicht nicht die Welt, dafür aber unser Bild von ihr und damit uns selbst, ja einfach allem was ist, komplett und für immer verändert.

Vielleicht ist der Kosmos fantastischer als wir ahnen. Bild: Witbuh/pixelio.de

Vielleicht ist der Kosmos fantastischer als wir ahnen. Bild: Witbuh/pixelio.de

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht 10. Dezember 2014 von Ina Ewers in Wellen und Teilchen

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Willkommen im Teilchenzoo!   4 comments

„CMS Higgs-event“ von Lucas Taylor - http://cdsweb.cern.ch/record/628469. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CMS_Higgs-event.jpg#mediaviewer/File:CMS_Higgs-event.jpg

„CMS Higgs-event“ von Lucas Taylor – http://cdsweb.cern.ch/record/628469. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons

Vielleicht haben Sie diesen Begriff schon ein paar Mal gehört oder gelesen. Er ist entstanden, weil so viele neue Teilchen entdeckt wurden, dass das Geordnete, das die Physik einmal hatte, gründlich dahin ging. Ich werde Ihnen hier die wichtigsten Begriffe rund um Teilchen und Teilchenfamilien im Überblick vorstellen.

Man kann sich das Standardmodell der Elementarteilchen wie eine Art Stammbaum vorstellen. Die erste Unterscheidung erfolgt in Masse tragende Teilchen, die Fermionen, und solche, die Kräfte übertragen oder als „Adapter“ zwischen Teilchen und Feld wirken, die Bosonen. Bosonen besitzen selber keine Masse und existieren doch per definitionem als Teilchen. Ein echter Zaubertrick, denn sie sind scheinbar Materie und Energie gleichzeitig. Ein besonderer Vertreter ist zum „Medienstar“ geworden, das Higgs-Boson, für meinen Geschmack etwas pathetisch auch „Gottesteilchen“ genannt. Dieser kleine Zauberkünstler, selbst massefrei, verleiht Masse! Weil er es irgendwie schafft, zwei sich ausschließende Phänomene in sich zu vereinen, ist er inzwischen auch seine eigene Teilchenfamilie. Aber der Reihe nach.

„Hoch“, „runter“, „charmant“, „oben“, „unten“ und „komisch“ – die Quarks

Quarks unterliegen der Starken Wechselwirkung, dem Elektromagnetismus und auch der Schwachen Wechselwirkung. Sie gehören zu den Fermionen, also den Masse tragenden Teilchen. Zusätzlich zu ihren merkwürdigen Namen, die auf ihr Verhalten schließen lassen, haben sie auch noch eine sogenannte Farbladung. Das hat nichts mit Farben wie wir sie kennen zu tun, sondern mit der Frage, wie sie ihre Ladung „ausleben“. Man konnte Quarks noch nie einzeln beobachten, sondern immer nur im Verbund, den sogenannten Hadronen. Von diesen „Quark-Gemeinschaften“ hat der „Large Hadron Collider“ im CERN zu Genf seinen Namen. Bisher sind die Quarks (sprich: „Kworks“) die kleinsten bekannten Elementarteilchen, aus denen zum Beispiel Protonen aufgebaut sind.

Leptonen – die „Geschwister“ der Quarks

Auch sie gehören zu den Fermionen, tragen also Masse. Im Gegensatz zu den Quarks unterliegen sie jedoch nicht der Starken Wechselwirkung. Bekannte Vertreter der Leptonen sind zum Beispiel das Elektron, das Myon oder auch das Tauon, sowie die „Neutrino-Version“ der Teilchen. Myonen und Tauonen zerfallen in der Schwachen Wechselwirkung sehr schnell, weswegen die einzigen stabilen Leptonen das Elektron und das Positron sind. Man muss hier sagen, dass dies der Stand der Kenntnisse ist! All diese Teilchen neigen dazu, zumindest theoretisch in der Lage zu sein, dass Standardmodell zu verletzen was nahelegt, dass dieses Modell entweder fehlerhaft ist, oder aber noch weitere Teilchen existieren müssen.

Austauschteilchen – Die Bosonen

Man könnte sagen, dass Bosonen sozusagen die „Telefonvermittlung“ zwischen den Fermionen und Feldern sind, sie sorgen für Vermittlung und Austausch. Zu jedem Feld gibt es ein Boson, welches die Wechselwirkung ermöglicht und so die Vier Grundkräfte bedingt. Manche dieser „Fräuleins vom Amt“ stehen noch auf der Fahndungsliste, so zum Beispiel das Graviton. Theoretisch muss es existieren, gefunden hat man es noch nicht.

Das gleiche galt für das „Supermodel“ unter den Bosonen, das Higgs-Boson. Professor Peter Higgs hatte in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Theorie vom Higgs-Feld aufgestellt, einer Art „Kristallisationsgitter“ an dem Energie zu Materie „aushärtet“. Vermittler: Das Higgs-Boson, welches der Energie Masse beifügt und so die Entstehung von Materie mittels Wechselwirkung mit dem Feld ermöglicht. 2012 tauchte im LHC in Genf ein neues Boson auf, das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das gesuchte Higgs-Boson ist, zumindest weist es alle Eigenschaften auf, die es laut Professor Higgs haben müsste. Manche Wissenschaftler finden, das Higgs-Feld müsste als fünfte Grundkraft eingestuft werden.

Ein Boson kennen wir schon sehr lange. Es übermittelt das gesamte Spektrum der elektromagnetischen Wechselwirkung. Sein Name: Das Photon. Selbst ohne Masse und Ladung, kann es unendlich weit wirken und sogar makroskopische Effekte erzeugen. Wann immer Sie Licht sehen, Wärme verspüren oder Magnetismus erleben, sind die Photonen im Spiel.

W- und Z- Bosonen sind nicht so sehr bekannt, sie vermitteln die Schwache Wechselwirkung. Für die Starke Wechselwirkung sind die Gluonen zuständig, sie sind diejenigen, die in der Tat „die Welt im Innersten zusammenhalten“. Sie tun das, indem sie mittels der Starken Wechselwirkung für den Zusammenhalt der Quarks und so für die Möglichkeit sorgen, dass sich zum Beispiel Atomkerne bilden und auch halten können.

Familienstand: verheiratet

Zu allen Teilchen gibt es auch Anti-Teilchen. Diese Hypothese, sie wird oft Supersymmetrie oder auch M-Theorie genannt, bewahrheitet sich immer mehr. Manche Anti-Teilchen kennt man bereits, andere hat man direkt noch nicht „gesehen“ wohl aber die Effekte, die sie haben müssen. Solche Dinge kann man errechnen, die Disziplin dazu ist die Theoretische Physik.

Eigentlich ist das ein schönes, schlüssiges Konzept. Es erklärt vieles, aber leider nicht alles. Und es wackelt, es wirft Fragen auf. Zum Beispiel: Gibt es genauso viel Materie wie Anti-Materie? Hier scheint ein sehr beunruhigendes Nein! im Raume zu stehen. Manche Theoretiker sind der Ansicht, dass es sehr viel mehr Anti-Materie gibt, als Materie, dass Materie so eine Art Kuriosität im Kontinuum der Kräfte darstellt. Und dann die nächste Frage, was ist zwischen Materie und Anti-Materie? Eigentlich müssten beide sich nämlich gegenseitig aufheben, tun sie aber offenbar nicht. Hier kommt ein neues, sehr aufregendes Denkmodell ins Spiel, die sogenannten Dunkle Materie und Dunkle Energie. Man weiß, dass diese „Mitspieler“ vermutlich keine Ladung haben dürften, möglicherweise keine, oder eine uns unbekannte Form von Masse. Man weiß weiterhin, dass wir ständig davon umgeben sind. Dunkle Energie und Materie durchströmen absolut alles ständig.

Erhärtung der Theorie

Erst kürzlich erhielten die Teilchendetektoren der ISS unerwarteten Besuch: Ein völlig neues, völlig unbekanntes Teilchen schaute vorbei und zeigt alle Eigenschaften, die Dunkle Materie haben müsste. Sein Name: Neutralino. Im Moment herrscht große Aufregung bei den „Wärtern“ des Teilchenzoos, den Elementarphysikern, denn jenes Neutralino könnte das erste bekannt Dunkle Materieteilchen sein! Sollte sich die Theorie von der Dunklen Materie und Energie bewahrheiten, müssten wir gründlich über unser physikalisches Weltbild nachdenken. Einige Theoretiker sind der Ansicht, dass hier möglicherweise die „Brücke“ zwischen Quantenphysik und klassischer Physik zu finden sein könnte.

Das Neutralino ist eine jener Entdeckungen, die sich möglicherweise als ebenso spektakulär erweisen könnten, wie die Entdeckung des Higgs-Bosons. Erst 2015 werden die Datenauswertungen über jenen schicksalhaften Versuch in Genf, bei dem sich das Higgs-Teilchen sehr wahrscheinlich gezeigt hat, abgeschlossen sein. Der LHC wird 2015 zu einer neuen Versuchsserie gestartet. Spannend wird sein, was sich wohl in diesem Versuchszyklus zeigen wird.

Veröffentlicht 17. Oktober 2014 von Ina Ewers in Wellen und Teilchen

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Der Unterschied zwischen Sein und Existenz   4 comments

Beide Begriffe werden in sehr vielen Sprachen inzwischen synonymisch verwendet. Klar, was existiert ist auch. Aber muss deswegen alles was ist auch existieren? Lassen Sie mich erklären, wie ich das meine. Betrachten wir die Schöpfungsgeschichten dieser Welt, zu denen die astrophysikalische scheinbar im vollkommenen Gegensatz steht, lesen wir sehr oft „etwas wird in die Existenz gerufen“, also erschaffen. Und hier ist schon der erste Knackpunkt: Wenn etwas erschaffen wird, war es vorher doch noch nicht da, oder? Doch! Es war da, als Idee, Konzept, Potential, wählen Sie das Wort, das Ihnen am besten gefällt. Folglich könnte man zu dem Schluss kommen, dass Existenz die verwirklichte, also in die Realität, ins Wirken gesetzte Form des Seins ist.

Sein ist die Wellenform, Existenz die Teilchenform. Alternative: Sein ist die Quantenform (Welle und Teilchen zugleich) Existenz ist die Handlungsform (Teilchen oder Welle). Vermutlich stimmt beides ein bisschen, denn nur so kann das Vorhandensein von Energie erklärt werden, die ja nun auch Energie bleibt. Für den übergeordneten Zustand, von dem Sein und Existenz die Wellen – oder Teilchenform sind, gibt es kein Wort, oder doch? Möglicherweise passt hier Gott. Interessant ist, dass in allen Schöpfungsgeschichten der Welt, am Anfang jemand schläft. In der jüdisch-christlichen Schöpfungsgeschichte steht dies nicht explizit, doch hatte ich die Gelegenheit, ein paar Rabbiner und auch Priester zu fragen, was sie dächten, was Gott vor der Schöpfung tat. Erstaunlich oft kam wie aus der Pistole geschossen: „Na er hat geschlafen!“ Nehmen wir hier „schlafen“ als Metapher für einen Zustand von Inaktivität, wird die ganze Geschichte interessant.

In der Bibel lesen wir Gott rief „es werde Licht!“. Die Astrophysik weiß: Es knallt, es blitzt, der Urknall (der übrigens noch nicht vorbei ist, wie Sie etwa am Hintergrundrauschen oder auch dem infraroten Lichtspektrum im All sehen können). Wir wissen über den Urknall, dass er eine Singularität ist. Also der vollständige, unumkehrbare Übergang eines Zustandes in einen anderen. Das legt nahe, dass es vor dem Urknall etwas gegeben haben muss. Die Wissenschaften beschäftigen sich immer intensiver mit der Frage, was das gewesen sein könnte. Es entzieht sich sämtlichen modernen Mitteln. Die brillantesten Köpfe sind auch theoretisch nicht in der Lage, auch nur ansatzweise brauchbare Erklärungen abzugeben. Nun vielleicht ganz einfach deswegen, weil der Urknall das ODER zwischen Sein oder Existenz war. Wir existieren auf der Existenz-Seite und können nicht das Sein erfassen, ohne unsere Existenz aufzugeben. Ich möchte hier bitten, von derartigen Versuchen abzusehen. Da wir uns in einem geschlossenen System befinden und ich es durchaus für möglich halte, dass das Jenseits, die Anderswelt, das Nirvana oder Paradies, ebenfalls zu diesem System gehören, würde ein Rück-Kollaps nur eines einzigen eine Kettenreaktion auslösen, die das Ende des Universums zur Folge haben könnte. Ich möchte daran definitiv nicht schuld sein, und Sie sicher auch nicht. Finden wir uns also mit dem Gedanken ab, das Stephen Hawking recht gehabt haben könnte als er sagte, es möge dem Menschen irgendwann möglich werden, die Letzte aller Fragen zu stellen. Die Antwort werde er jedoch nicht erhalten können.

Plötzlich bekommen Überlegungen wie, das Universum sei ein Gedanke eines göttlichen Wesens, der Traum einer Gottheit oder auch nur ein kleines, viel zu ernst genommenes Zwischenspiel des Großen Seins (sehr, sehr einfache Erklärung der Idee Maya= Täuschung in der indischen Philosophie) ein ganz andere Dimension. Auch die Idee mehrerer Realitäten, wie sie etwa die Schamanen kennen, könnten, halten Sie sich fest, mit der Idee, der Urknall ist noch nicht vorbei, erklärt werden: Ist der Urknall tatsächlich der Welle-Teilchen-Kollaps vom Sein in die Existenz, so geht das offenbar nicht schlagartig von Statten, sondern allmählich. So langsam aber sicher kollabiert alles Sein in die Existenz. Es entstehen folglich „Zonen“, in denen die Welle-Teilchen-Dichte unterschiedlich ist. Nehmen wir an, dass die physische Realität der Bereich mit der höchsten Teilchen-Dichte ist (zum Glück sonst wäre Tippen echt schwierig), könnten Astralwelt, spirituelle Welt und wie sie nicht alle heißen schlicht und ergreifend Bereiche sein, in denen mehr Wellen als Teilchen sind.

Wenn die Hermetik recht hat, und oben gleich dem ist, was unten ist, ist der Mensch insofern die ultimative Idee, ein „Mini-Universum“, da er Wellen- und Teilchenzustand gleichzeitig zu manifestieren versteht. Unser Geist ist der Wellenzustand, unsere Seele ein Welle-Teilchen-Gemisch, unser Körper der Teilchenzustand. Die Bereiche fließen ineinander über und gemeinsam bilden sie jene Entität, die gemeinhin Mensch genannt wird. Übrigens, die Welle-Teilchen-Beschaffenheit der Seele würde erklären, warum wir sie zwar nicht ohne Weiteres sehen, ein Mensch im Moment des Sterbens aber etwa 4,89 g leichter wird! Er würde auch erklären, warum es hellsichtige Menschen gibt. Die sogenannten übersinnlichen Fähigkeiten wären dann nichts weiter als wellensensitive Sinne, die von manchen genutzt werden, von anderen hingegen nicht. Es würde auch den sehr faszinierenden Status, denn die Seele in den Philosophien der Welt hat, erklären.
Die menschliche Dreiheit, also Körper, Seele und Geist, ist in allen Kulturen und durch alle Zeiten verbreitet. Ich persönlich denke, dass Konzepte, die sich seit Jahrtausenden halten, zumindest nicht völlig falsch sein können. Die modernen Wissenschaften schienen auf dem besten Wege, der Seele und dem Geist des Menschen gründlich den Garaus zu machen. Möglicherweise eilt die Quantenphysik unseren höheren („welligeren“) Anteilen zur Rettung, denn sie könnte in der Tat als Erklärungsmodell für die „Dreiheit Mensch“ dienen.

Bild: Didi01/pixelio.de

Bild: Didi01/pixelio.de

Aktive Seele als möglicher Schluss quantenwissenschaftlicher Erkenntnis

Wir sind verkörperte Seelen. Durch und mit unseren Körpern nimmt die Seele ständig Einfluss auf die Umwelt. Kann sie vielleicht auch direkt eingreifen? Allerdings! Wenn es um geistige Heilung geht, Magie, Gebet, Meditation, Telepathie….Sie wissen schon, all der übersinnliche Kram eben, könnten wir direkt handelnde Seele sehen! Nicht mehr, nicht weniger. Nachdem, zumindest innerhalb des Universums, vermutlich nie vollständig nur Welle oder nur Teilchen zu existieren scheint, und nachdem es sich weiterhin gezeigt hat, dass Atome massenhaft leeren Raum bieten (prima Spielplatz für Wellen aller Art), sind diese Dinge plötzlich gar nicht mehr so Hokuspokus-mäßig, so Scharlatanerie oder naiv, wie es offenbar viele immer noch glauben! Plötzlich wird es nicht nur möglich, sondern durchaus theoretisch fassbar, warum Gedanken Macht haben. Warum Emotionen in uns drin oder auch auf andere „abgeschossen“ nahezu körperliche Phänomene wie Schmerzen oder Wohlbefinden, Kälte oder Wärme erzeugen können. Worte verletzen? Oh ja, unter Umständen sogar im atomaren oder zellularen Bereich Ihres Körpers!

Der Nachweis hierfür ist nur eine Frage der Zeit. Im Großen kennen wir dieses Phänomen schon: Stress! Er ist letztlich nichts als eine körperliche Reaktion auf Energie, die durch Worte, taten und Ängste entsteht. Dass Stress sogar tödliche und überaus physische Krankheiten auslösen kann, ist hinlänglich bekannt. Auch im Bereich Biologie und Neurologie halten die Quantenwissenschaften Einzug. Diese Entwicklung dürfte nicht nur interessant sondern möglicherweise umwälzend für die Medizin, unsere Gesellschaft unser ganzes Leben werden. Man weiß bereits, dass die Nerven mit Quantenmechanismen arbeiten: Die kleinsten und wichtigsten Teile, die Mikrotubuli funktionieren nach diesen Prinzipien. Doch dazu später noch mehr.

Veröffentlicht 29. August 2014 von Ina Ewers in Wellen und Teilchen

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